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Welt-Aids-Tag 2025: Gemeinsam. Gerade jetzt.

Am 1. Dezember findet der Welt-Aids-Tag statt. Wir nutzen diese Gelegenheit, um unserer Partnerkirche im südlichen Afrika die Hand zu reichen und gemeinsam das Bewusstsein für dieses wichtige Thema in der Öffentlichkeit zu schärfen. 

Lange Zeit dachte ich, Aids sei gekommen, um zu bleiben. Das Ziel aller Anstrengungen ist jedoch, diese Krankheit auszurotten. Bis 2030 dieses Ziel zu erreichen, ist die Absicht der Kampagne »The Path That Ends Aids« von UNAIDS, dem Aids-Programm der Vereinten Nationen (hier in Englisch). Noch im Jahr 2023 schien es realistisch, Aids bis zu diesem Datum zu überwinden.

Dank antiretroviraler Medikamente konnten seit Beginn der Kampagne fast 21 Millionen Leben gerettet werden. Auch die Zahl der Tuberkulose-Fälle konnte durch integrierte Ansätze reduziert werden. Die Zahl der Neuinfektionen konnte signifikant gesenkt werden. Seit dem Jahr 2000 wurden zudem über drei Millionen Kinder vor einer Infektion im Mutterleib geschützt. Durch die Kürzungen bei den US-Auslandshilfen sind diese Fortschritte jedoch akut gefährdet. 

An drei Beispielen möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, tiefere Einblick in die Arbeit zu geben. 
a) Die EmK-Weltmission und ihr Beitrag 
b) Das Aktionsbündnis gegen Aids
c) Die Partnerschaft mit der Methodistischen Kirche im Südlichen Afrika

a) Die EmK-Weltmission und ihr Beitrag 

Die EmK-Weltmission bündelt ihr Engagement in der Bekämpfung von HIV/Aids seit über zwanzig Jahren im Ziegler-Aids-Fonds. Ausgehend von der Arbeit des Ehepaars Ziegler am methodistischen Krankenhaus in Kenia unterstützet der Fonds die Arbeit unserer Partnerkirchen weltweit.

 

Noch heute gibt es ein großes Betreuungsprogramm, dass am Krankenhaus im Maus angesiedelt ist. Dieses Angebot wird durch den Ziegler-Aids-Fonds finanziert. Auch in anderen Ländern engagiert sich die EmK-Weltmission bei der Überwindung von Aids: In Liberia werden Gehörlose und junge Menschen in speziellen Seminaren für das Thema sensibilisiert. In den verschiedenen Gesundheitsprojekten ist die Präventionsarbeit ebenso wie die Behandlung Infizierter ein wichtiger Bestandteil, beispielsweise in Sierra Leone in der ländlichen Klinik in Jaiama oder bei der gesundheitlichen Aufklärung in Schulen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit der Methodistischen Kirche im Südlichen Afrika. Die EmK-Weltmission unterstützt die Koordinationsstelle der Gesundheitsarbeit und ab 2026 auch sechs dezentrale Anlaufstellen in Kirchengemeinden. In diesen wird beraten und es werden Medikamente zur Behandlung ausgegeben.

Eine aktualisierte Fassung zum Ziegler-Aids-Fonds finden Sie hier

b) Das Aktionsbündnis gegen Aids

Die EmK ist Mitglied im »Aktionsbündnis gegen Aids«. In diesem Bündnis arbeiten viele verschiedene Gruppen zusammen. Michael Vitzthum vertritt uns in diesem Bündnis. Anlässlich des Welt-Aids-Tags wurde eine Stellungnahme verfasst, die wir hier in Auszügen wiedergeben:

Wo wir im Kampf gegen HIV/Aids stehen und wie Kürzungen weltweit Leben kosten:

Der Welt-Aids-Tag 2025 steht unter dem Motto »Gemeinsam. Gerade jetzt.« Ein Satz, der präziser kaum ausdrücken könnte, wo die Welt im Kampf gegen HIV/Aids steht. Viel wurde erreicht, doch der Fortschritt ist fragil. 2025 zeigt, wie schnell Erfolge kippen können: Die US-Regierung hat die Entwicklungsagentur USAID aufgelöst und fast alle internationalen HIV-Programme gestoppt. Deutschland kürzt seinen Beitrag zum Globalen Fonds um fast ein Viertel. Und im Rahmen des UN80-Prozesses droht die Abwicklung von UNAIDS, der zentralen Koordinationsstelle der weltweiten HIV-Bekämpfung. Politische Entscheidungen, die deutlich machen: Wir werden nach wie vor gebraucht! 

Die Welt hätte eigentlich allen Grund zur Hoffnung: Seit 2010 sind die Neuinfektionen um 40 %, die Aids-Todesfälle um mehr als die Hälfte gesunken. Noch nie standen so wirksame Medikamente und Präventionsmethoden zur Verfügung, doch der Fortschritt bricht dort ein, wo Solidarität endet.

Der Rückzug der USA

Mit dem 90-tägigen »Funding Freeze« Anfang des Jahres wurden fast alle über die US-Regierung finanzierten Programme abrupt gestoppt, darunter das Programm PEPFAR, das mit vielen anderen Programmen kooperiert und dadurch rund 70 % der weltweiten HIV-Arbeit betrifft. Folgen: unterbrochene Lieferketten, entlassene Community-Health-Worker, geschlossene Drop-in-Zentren und gefährdete Medikamentenversorgung. Länder wie Malawi, Simbabwe und Ghana melden Engpässe; in den Philippinen stehen Programme für junge Männer und trans Communities vor dem Aus. UNAIDS rechnet mit 6,6 Millionen zusätzlichen Neuinfektionen und 4,2 Millionen Todesfällen bis 2029, wenn Lücken nicht geschlossen werden.

Sunsetting UNAIDS

Zeitgleich steht UNAIDS, die Koordinationsstelle der Vereinten Nationen für die weltweite HIV-Arbeit, im Rahmen des UN80-Reformprozesses zur Disposition. Vorgeschlagen ist, das Programm bis 2026 zu beenden und verbliebenen Aufgaben auf andere UN-Institutionen zu verteilen. Was als Effizienzreform etikettiert wird, wäre in der Sache ein Rückzug aus Verantwortung, mit fatalen Folgen für Menschenrechte, Evidenz und die Stimmen der betroffenen Communities. UNAIDS wurde gegründet, um Strukturen zu bündeln und Doppelstrukturen der HIV-Arbeit anderer UN-Institutionen zu vermeiden: die jetzt vorgeschlagene »Rolle rückwärts« schlägt nun genau das vor, was ursprünglich vermieden werden sollte.

Was jetzt zählt

HIV kennt keine Pause und unsere Solidarität darf es auch nicht. Der Kampf gegen Aids ist nicht verloren, aber er steht auf der Kippe. Noch können Staaten die Weichen neu stellen, für eine Zukunft, in der Solidarität stärker ist als politische Kurzsichtigkeit.

Den ganzen Text finden Sie hier.

c) Die Partnerschaft mit der Methodistischen Kirche im Südlichen Afrika

In dem Anliegen, Aids zu überwinden sind wir mit unserer Partnerkirche im südlichen Afrika eng verbunden. Seit Jahren fördern wir die Arbeit der Gesundheitskoordinatorin mit dem Schwerpunkt HIV /Aids. Neu als Projekt aufgenommen haben wir die Unterstützung der dezentralen Versorgung für an Aids erkrankte Menschen. Die südafrikanische Regierung kommt nach wie vor für die Medikamente auf, die Kirche öffnet dafür an sechs Orten ihre Gemeinderäume. Dort werden die Medikamente ausgegeben, Patienten und Patientinnen beraten und begleitet. Es gibt auch eine aufsuchende Arbeit, bei der Menschen, die nicht mobil sind, daheim versorgt werden. 20.000 Euro kostet diese wichtige Arbeit pro Jahr.

Am Welt-Aids-Tag wird in den Gemeinden gezielt auf dieses Thema hingewiesen. Dazu wurde eine Handreichung erarbeitet, deren Übersetzung ins Deutsche Sie hier finden, 

Unsere Partnerschaft wird auch bei der Auftaktveranstaltung gelebt: Diese beginnt am Montag, den 1. Dezember um 9.00 Uhr deutscher Zeit. Die EmK-Weltmission wird online dabei sein, Interessierte können sich via »Zoom« einloggen: 

Bitte tragen Sie dieses Anliegen doch auch in Ihre Gemeinde und Ihr Umfeld. Herzlichen Dank!
 

Olav Schmidt