Simbabwe
Trotz Herausforderungen die Zukunft gestalten
Ein aktueller Blick von Pastor Dr. Holger Eschmann auf die Projekte der Africa University: vom neuen Curriculum bis zur Solarstromversorgung.
Im vergangenen Jahr wurde ich als Nachfolger von Pastor Uwe Onnen in den Verwaltungsrat (»Board of Directors«) der Africa University (AU) gewählt. Die 1994 nahe der Stadt Mutare in Simbabwe gegründete Hochschule ist eine Evangelisch-methodistische Institution und zählt heute rund 2.800 Studierende aus über 25 Ländern. Ihr Motto »Investing in Africa’s Future« (dt: In die Zukunft Afrikas investieren) wird sichtbar gelebt: Über 90 % der Absolventinnen und Absolventen bleiben nach dem Studium in Afrika und setzen sich für die Entwicklung ihres Kontinents ein.
Erfreuliche Fortschritte
Nachdem mein letzter Besuch in Simbabwe mehr als 20 Jahre zurückliegt, war ich erstaunt über die Fortschritte, die die Universität in der Zwischenzeit erlebt hat. Die Zahl der Gebäude ist auf 36 gestiegen und das Angebot umfasst mittlerweile über 50 Studiengänge. Schattenspendende Grünanlagen prägen zudem den Campus. Trotz der Herausforderungen durch Pandemie, Politik und Wirtschaft hat sich die AU als widerstandsfähig und stabil erwiesen. Besucher werden von der Begeisterung der Lehrenden und Lernenden für ihre Institution geradezu mitgerissen.
Auf dem Weg in die Zukunft
Zwei Entwicklungen zeigen besonders deutlich, wie zukunftsorientiert die Universität arbeitet: die Einführung neuer Studiengänge und Schritte in Richtung einer nachhaltigen Energieversorgung. Im März wurden acht neue Studiengänge beschlossen, darunter ein Bachelor-Studiengang in Bergbautechnik für den nachhaltigen Abbau seltener Erden, ein Bachelor-Studiengang in Luft- und Raumfahrttechnik sowie ein Master-Studiengang in Nachhaltigkeitsmanagement. Auch die Bereiche Theologie, Sozialwissenschaften, Landwirtschaft und Gesundheitsarbeit wurden erweitert. Die benötigte Energie wurde bisher mit Dieselgeneratoren erzeugt – eine teure und umweltschädliche Lösung. Nun entsteht eine große Solaranlage, deren erster Abschnitt im Juni 2025 fertiggestellt wurde. Bald wird die Universität ihren Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen beziehen.
Neue Partnerschaft mit Global Ministries
Eine besondere Herausforderung der Gegenwart ist der Wegfall einiger internationaler Fördergelder. Die AU engagiert sich unter anderem in der Malaria- und Tuberkuloseforschung. Diese Arbeit wurde in den letzten Jahren stark von der US-amerikanischen Behörde USAID unterstützt, deren Hilfsgelder nach dem Amtsantritt der Trump-Regierung jedoch gestoppt wurden. Die Africa University in Simbabwe und Global Ministries, das internationale Missionswerk der EmK, haben daher eine vierjährige Partnerschaft geschlossen, um landwirtschaftliche Innovationen und die Malariaforschung weiterhin zu ermöglichen. Es geht dabei nicht nur um den Erhalt der Arbeitsstellen, sondern auch um Menschenleben.
Helfen Sie mit!
Ohne Spenden kann die Africa University ihre wichtige Mission nicht erfüllen. Deshalb unterstützt die EmK-Weltmission die AU jährlich mit 8.000 Euro.
Holger Eschmann
Projekt-Nr. 5175