Sierra Leone
Nachhaltiges Handeln kommt an
Einblicke in die Ausbildungsstätte Konokai in Sierra Leone – das Arbeitsteam berichtet.
»Pflege deine Maschinen und Werkzeuge, auf dass du auch morgen damit arbeiten kannst« – das war einer der markanten Sätze des aktuellen Schulleiters von Konokai und unter diesem Motto stand auch unser diesjähriger Arbeitseinsatz. Mit einer Gruppe aus drei Auszubildenden des Schreinerhandwerks, einem Schüler der Metalltechnik und drei Lehrern des Berufsschulzentrums in Waiblingen brachen wir in den Pfingstferien 2025 nach Sierra Leone auf.
Neues Angebot
Mittlerweile ist die Ausbildungsstätte Konokai materiell gut aufgestellt und bietet eine hervorragende Grundlage für eine ausgezeichnete berufliche Ausbildung. Der jüngste Zuwachs ist »Carwash«, ein Angebot zur Fahrzeugpflege, das die Schule eigenständig gebaut und in Betrieb genommen hat – eine erfreuliche Entwicklung in Richtung eigenständigen Handelns.
Organisation des Schulbetriebs
Neben der Infrastruktur und der Ausstattung mit Maschinen, Werkzeug und Ausbildungsmaterial rückt die Organisation des Schulbetriebs zunehmend in den Fokus. In der Einsatzzeit von Hans-Jochen Layer wurden hierfür bereits Pläne entwickelt, die nun in einen Regelbetrieb überführt werden müssen. Gleichzeitig sollen Ausbilder weiter qualifiziert und zusätzliches Unterrichtsmaterial in den Schulbetreib integriert werden.
Weiteres Knowhow vermitteln
An dieser Stelle begann unser Auftrag als Arbeitsteam. Innerhalb kürzester Zeit verschafften wir uns einen groben Überblick über den Schulbetrieb und die Ausstattung – mit erfreulichen Beobachtungen: Stunden- und Unterrichtsplan werden umgesetzt und viele Maschinen funktionieren und sind im Einsatz. Dennoch musste einiges gemeinsam mit den Trainern repariert werden, was uns jedoch die Chance bot, Knowhow zu vermitteln und wertvolle Begegnungen mit den Mitarbeitern zu haben.
Die Qualifikation der Trainer und Lehrer war für uns ein wichtiges Anliegen. Dabei ging es nicht nur um praktisches Wissen, sondern zum Beispiel auch um didaktische Methoden für die allgemeinbildenden Lehrer.
Weiterentwicklung der Schulverwaltung
Eine weitere Aufgabe war die Weiterentwicklung der Schulverwaltung. Dazu wurde das von den Mitarbeitern lang ersehnte Zeiterfassungssystem installiert und in Betrieb genommen, Hardware in den Büros erneuert und vielfältige Schulungen zur betrieblichen Organisation durchgeführt. In Einzelgesprächen wurden nächste Schritte zur kontinuierlichen Qualifikation der Lehrer und Trainer diskutiert und Möglichkeiten zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe ins Auge gefasst.
Es zeigte sich, dass der eingangs zitierte Satz auf mehr Bereiche als nur Maschinen Anwendung findet. Um nachhaltig Erfolg zu haben, gilt es auch die persönlichen Fähigkeiten als Lehrer und Trainer »scharf« zu halten und zu entwickeln, ebenso wie die Funktionstüchtigkeit der Schulverwaltung zu bewahren und tägliche Abläufe umzusetzen.
Erfolgreiche Einstiege ins Berufsleben
Dass das Projekt Konokai auf dem richtigen Weg ist und für die Menschen in Sierra Leone einen hohen Wert hat, zeigten uns einige erfreuliche Nachrichten. Etliche der Absolventen haben gute Arbeitsstellen gefunden, teilweise in der Hauptstadt, und einer von ihnen hat sogar den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Während unseres Einsatzes standen viele Auszubildende kurz vor ihren Abschlussprüfungen und es freute uns später zu hören, dass sie sehr gute Ergebnisse erzielt haben.
Positive Gesamtbilanz
Bei all unserem Wirken fühlten wir uns als Team herzlichst willkommen. Am meisten Freude und persönlichen Gewinn brachten uns die Begegnungen mit den Menschen. Wir erhielten nicht nur durch die gemeinsame Arbeit und Gespräche im Schulzentrum, sondern auch bei gemeinsamen Besuchen auf dem Markt, bei Ausflügen oder beim Sonntagsgottesdienst zahlreiche Einblicke in das Leben dieser wunderbaren Menschen.
Wir sind dankbar, dass diese zwei Wochen unfallfrei und ohne nennenswerte Störungen verlaufen sind. Unser Dank gilt auch den vielen Projektpartnern, wie der UMC Sierra Leone, der EmK-Weltmission, dem SES Bonn, der GSWN in Waiblingen und nicht zuletzt auch den Betrieben der Auszubildenden, die ihre Schützlinge für diesen Einsatz freigestellt haben, sowie allen Gebern, die uns mit finanziellen und materiellen Spenden unterstützt haben.
Das Projekt Konokai ist auf einem guten Weg, Perspektiven zu schaffen und den Menschen in Sierra Leone Hoffnung zu geben. Für uns als Arbeitsteam war es ein Privileg, einen kleinen Beitrag dazu leisten zu dürfen!
Hans-Georg Billes