4175 | Tremembé
Brasilien
Die Methodistische Kirche in Brasilien unterstützt das Volk der Tremembé in ihrem Kampf um ihre Kultur und schafft Möglichkeiten, dass die Kultur an die nächste Generation weitergegeben werden kann.
Unsere Unterstützung im Jahr 2025: 9.000 Euro
Die Tremembé sind ein indigenes Volk im Nordosten Brasiliens, dessen ursprüngliches Küstengebiet durch Kolonialisierung, Enteignung und gesellschaftliche Ausgrenzung stark verkleinert wurde. Viele ihrer traditionellen Lebensweisen, ihre Sprache und kulturellen Praktiken waren dadurch stark gefährdet. Erst durch die brasilianische Verfassung von 1988 erhielten sie das Recht auf eigenes Land, doch Herausforderungen bleiben bestehen.
Das Projekt „Bildung gegen Sprachlosigkeit“ unterstützt Tremembé-Kinder und -Jugendliche darin, ihre kulturelle Identität zu bewahren und weiterzugeben. Im Zentrum stehen Bildungsangebote, die sowohl schulische Fähigkeiten fördern als auch kulturelle Kompetenzen vermitteln. Die Kinder lernen ihre Sprache, traditionelle Bräuche und Rituale kennen und können diese aktiv in Projekten und gemeinschaftlichen Aktivitäten einbringen. Gleichzeitig werden sie in schulischen Themen unterstützt, um ihnen gute Chancen für die Zukunft zu ermöglichen.
Durch diese Kombination aus Bildung, Kultur und Gemeinschaft fördert das Projekt Selbstbewusstsein und soziale Kompetenz. Die Tremembé-Kinder lernen, ihre Wurzeln zu schätzen, und erhalten zugleich Perspektiven, um aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das Projekt zeigt so, wie kulturelle Bewahrung und Zukunftschancen Hand in Hand gehen können.
Das Stammesgebiet der Tremembé-Indianer erstreckte sich ursprünglich über einen weiten Bereich der Nordostküste Brasiliens. Das änderte sich aber im Zeitalter des Kolonialismus. Zurückgedrängt in sogenannte Reservate verloren die Tremembé immer mehr Land und damit ihre Existenzgrundlage. Sie wurden gezwungen, die neue – für sie fremde - Kultur anzunehmen. Erst 1988 wurde durch die neue Verfassung Brasiliens festgelegt, dass die indigenen Völker ein Recht auf ihr eigenes Land haben.
Heute leben die Tremembé im brasilianischen Bundesstaat Ceará. Nachdem sie viele hundert Jahre ihre Sprache nicht sprechen und ihre Feste nicht feiern durften, galten sie im vergangenen Jahrhundert schon als »ausgestorben«. Doch das Leben ist zurückgekehrt in ihre Dörfer an der Nordostküste Brasiliens: 4.500 Tremembé bekennen sich inzwischen wieder zu ihrem Volk und ihrer Geschichte. Sie leben hauptsächlich von der Landwirtschaft und vom Fischfang für den Eigenbedarf.
Doch Großgrundbesitzer und Firmen beuten die natürlichen Ressourcen im Gebiet der Tremembé im industriellen Maßstab aus. Regenwald wird großflächig vernichtet und die Fischbestände werden geringer. Die Tremembé fühlen sich erneut bedroht. Um dem etwas entgegenzusetzen, kämpfen sie um kulturelle Gemeinsamkeiten in ihrem Volk.
Seit 1997 unterstützt die brasilianische Methodistische Kirche die Tremembé in ihrem Kampf ums Überleben und finanziert dabei zwei Schulen, die in besonderer Weise die indianische Kultur bewahren helfen. Hier lernen die Kinder der Tremembé nicht nur ihre alte Sprache, sondern auch etwas über ihre Geschichte, Kultur und Tradition.