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Brasilien

Ferienzeit ist Feierzeit

Im Sommer besuchte Missionssekretär Olav Schmidt unsere Partnerkirchen in Südamerika. Neben vielen Gesprächen gab es auch bemerkenswerte Feste.

Während meiner Rundreise durch Brasilien wurde ich nach Santo Antônio da Platina eingeladen. Die Kleinstadt liegt rund 400 Kilometer westlich von São Paulo. Im Juli ist Ferienzeit und vielerorts finden Feste statt. Besonders eindrucksvoll ist das Sommerfest des von der EmK-Weltmission unterstützten Jugendprojekts »Bóia Fria«. Die Vorsitzende des Fördervereins, die zur Gemeinde im Zentrum der Stadt gehört, ist dabei, ebenso der Pastor. Aber auch andere Unterstützer packen mit an: So verkaufen die Rotarier Kuchen zugunsten der Einrichtung.

Freude steckt an

Am Beginn steht das Lob Gottes, eine Band mit vielen Kindern lädt zum Mitsingen ein. Kaum ist der Gesang vorbei, herrscht reges Treiben an den Spielständen und beim Kuchenverkauf. Drei Mädchen stürmen auf mich zu und reden auf Portugiesisch auf mich ein. Dann sind sie so schnell verschwunden, wie sie gekommen sind. Ich suche mir erst eine Übersetzerin und dann die drei Mädchen. Sie posieren gerade für die Fotografin, denn für dieses Fest haben sie sich besonders schick gemacht. Ich erfahre, dass sie mich nur begrüßen wollten und sich freuen, dass ich dabei bin.

Zeigen, was man kann 

Im weiteren Programmverlauf erahne ich, wie viel Zeit die Mitarbeitenden mit den Kindern verbringen. Es wird Taekwondo gezeigt und auch der in Brasilien so beliebte Line Dance, ein Reihentanz im Westernstil, ist beeindruckend. Es begegnen mir engagierte Mitarbeitende, begeisterte Kinder und dankbare Eltern.

Diakonie im Wandel

Vor mehr als 20 Jahren gab es in der Methodistischen Kirche Brasiliens noch mehr als 50 diakonische Einrichtungen. Sie alle boten professionelle Unterstützung an. Die Ortsgemeinden waren jedoch oft nur wenig eingebunden. Heute gibt es nur noch eine Handvoll solcher Einrichtungen. Die meisten von ihnen sind jetzt enger mit einer Gemeinde verbunden, so wie hier in Santo Antônio.

Vielfältige Angebote

»Bóia Fria« ist für die Jugendlichen da. Denn während die Eltern arbeiten, bietet das brasilianische Schulsystem meist nur vier Stunden Unterricht pro Tag, vormittags für die Jüngeren und nachmittags für die Älteren. Somit ist der Bedarf an sinnvoller Freizeitgestaltung, Betreuung und Hilfe beim Aufarbeiten des Schulstoffs groß. »Bóia Fria« bietet Unterstützung in Form von Nachhilfeangeboten, Hausaufgabenbetreuung, Sport- und Spielmöglichkeiten sowie Essensverpflegung. Aufbruch auf neuen Wegen Ich verlasse diesen Ort mit dem Eindruck, dass hier eine äußerst wertvolle Arbeit geleistet wird, die deshalb so gut angenommen wird, weil sie von der Stadtgemeinschaft und der örtlichen Kirche getragen wird.

Olav Schmidt