Deutschland
Den Nächsten in der Ferne im Blick
Anfang September verstarb Klaus Steinhilber, Gründer und langjähriger Vorsitzender der Stiftung »Zukunft für Kinder«. Ein Nachruf.
Klaus Steinhilber hatte 1998 gemeinsam mit seinem Jugendfreund Dr. Udo Heissler die Idee einer Stiftung entwickelt und brachte auch Stiftungskapital mit ein. Stiftungszweck der Stiftung »Zukunft für Kinder« ist die Förderung von schulischen und Aus-/Bildungsmaßnahmen für Kinder in Entwicklungsländern. Hilfe zur nachhaltigen Selbsthilfe steht im Mittelpunkt der Stiftung.
Klaus Steinhilber interessierte sich sehr für die Arbeit der EmK-Weltmission, besonders die Projekte für Kinder und Jugendliche waren seine Herzensangelegenheit. Ihn motivierte der Wunsch, anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Auch wenn er sie nicht persönlich kannte, wusste er doch, dass sie »benachteiligt«, arm und bedürftig waren. Ihnen wollte er unter die Arme greifen.
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums formulierte Klaus Steinhilber die damalige Ausgangslage: »Von 100.000 DM erzielen wir im Jahr etwa 5.000 DM Zinsen, in 25 Jahren somit 125.000 DM Erträge! Damit lässt sich etwas machen!« Doch Niedrigzinsphase und Negativzinsen stellten dieses Anlagekonzept in Frage. Ohne Zinserträge keine Ausschüttungen. So wurde das Anlagekonzept weiterentwickelt und von Klaus Steinhilber umgesetzt: Das aktive Management des Stiftungsvermögens erforderte (vor allem zeitlich) großes Engagement, immer im Bewusstsein der Risiken und der Verantwortung für das Stiftungsvermögen.
Klaus Steinhilber wollte dennoch lieber im Hintergrund bleiben. Nie äußerte er den Wunsch, die »Kinder in Afrika« zu besuchen, um selber vor Ort zu sehen, was geschieht. Er hatte Vertrauen in die Arbeit der »Spezialisten«, wie er sagte, und meinte damit das Weltmissionsbüro, die Missionare und Missionarinnen sowie die Mitarbeitenden vor Ort.
Er war in diesem Sinne damit auch ein Vorbild der Nächstenliebe, der sich auch und gerade um die fernen Nächsten kümmert, weil er selber in einem reichen Land mit vielen Möglichkeiten lebte.
Nicht zuletzt aufgrund des stetigen Einsatzes von Klaus Steinhilber entwickelte sich die Stiftung sehr dynamisch: nach sieben Jahren hatte sich das Stiftungskapital dank zahlreicher Zustiftungen verzehnfacht, heute sind es rund 2,5 Mio. Euro. Zum 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2023 beliefen sich die Ausschüttungen der Stiftung auf eine Million Euro – weit mehr, als zu Beginn der Initiative erhofft. Klaus Steinhilber äußerte sich anlässlich dieses Jubiläums: »Wie stark können wir fördern, wie viel Freude machen!«
Für ihn war Teilen kein »theoretischer Begriff der Bibel«, sondern eine gelebte Realität. Er gab von dem, was er hatte, und setzte nicht nur sein Geld, sondern auch seine Zeit und sein Herzblut ein, um anderen zu helfen. So arbeitete die Stiftung stets ehrenamtlich – unentgeltlich ohne jegliche Verwaltungs- und Werbekosten; jeder zugestiftete Euro tut nach wie vor ungeschmälert Gutes!
Stiftungen sind ein Vermächtnis – in unserem Fall eines mit Blick auf die Zukunft. Wir sind herausgefordert, das von Klaus Steinhilber getragene Werk fortzusetzen.