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Südafrika

Wir sind für Menschen da

Matthias Buchold führte ein Interview mit dem südafrikanischen Missionssekretär Pastor Siviwe ‘Sva’ Waqu.

Matthias Buchold: Pastor Sva Waqu (das »q« ist ein Klicklaut), welche Ausrichtung soll das Missionsbüro in Südafrika haben?

Sva Waqu: Das Missionsbüro hat die Aufgabe, die Missionsarbeit innerhalb der Gemeinden zu erleichtern, zu koordinieren und zu unterstützen und Partnerschaften mit anderen methodistischen Gemeinschaften und anderen ökumenischen Organisationen und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) aufzubauen.
Mission im 21. Jahrhundert: Mission ist Gottes Aufgabe an uns. Er hat diese Aufgabe seinem Volk anvertraut, um den Willen und den Plan Gottes voranzubringen, auch wenn es einem manchmal gegen den Strich geht, was die irdischen Werte und Prinzipien angeht. Es ist die Verkündigung des Evangeliums in praktischer Weise, die Menschenwürde ermöglicht, während das Leben der Menschen verändert wird.

Matthias Buchold: Was ist deine Vision für das Missionsbüro? 

Sva Waqu: Meine Vision ist es, das Missionsbüro zum Eckpfeiler des Methodismus im südlichen Afrika zu machen. Es orientiert sich an der Vision eines von Christus geheilten Afrikas zur Heilung der Nationen. Das Missionsbüro muss letztlich den Wunsch wecken, für unsere Menschen und Gemeinschaften zu Akteuren der Transformation zu werden.
Das Wort »Transformation« wird in der MCSA (Methodist Church of Southern Africa) oft verwendet. 

Matthias Buchold: Was bedeutet Transformation? Wie sieht Transformation in der Praxis aus? Was verwandelt sich in was? 

Sva Waqu: Aus heutiger Sicht und während wir uns auf einem Pilgerweg der Erneuerung befinden, bleibt die MCSA den Bemühungen um Folgendes verpflichtet:

  • Vertiefung der Spiritualität, Glaubenswachstum nicht nur als Handlung, sondern als Lebensstil, der die Menschen bis in ihr Innerstes hinein heilt und erneuert.
  • Kirchenwachstum und Evangelisation: Die Welt verändert sich. Deshalb muss unsere Verkündigung relevant und für alle zugänglich sein, die ihr Leben Christus anvertrauen wollen. Dazu gehören Sprache, Symbole und Gottesdienstformen, die für die Menschen heute sinnvoll sind.
  • Wir setzen uns für Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft ein, weil die Welt oft unmenschlich ist.  Wir setzen uns für Menschen ein, die arm oder benachteiligt sind. Wir schweigen nicht, sondern bezeugen, dass das Leben und die Liebe wichtig sind und dass jeder Mensch wertgeschätzt werden soll.
  • Die Jüngerschaft soll durch christliche Bildung und Ausbildung wiederbelebt werden. Der Methodismus soll sich von einer Mitgliedschafts- zu einer Jüngerschafts-Kultur bewegen. Wir sind aus Liebe zur Liebe geschaffen. Wir werden Gott mit all unseren Fähigkeiten lieben, bis wir so leben wie Christus.
  • Wir müssen die Wirtschaft wachsen lassen und die Menschen weiterentwickeln. Wir konzentrieren uns auf die Aspekte des Lebens, die die Menschenwürde stärken. Wir fördern Anstrengungen, um die Armut zu bekämpfen. Die MCSA muss ein Zentrum sein, das die Menschen für ein Leben in Wohlstand ausrüstet und befähigt. Das Gegenteil wäre die Verherrlichung der Armut.

Matthias Buchold: Was wünschst du dir für die internationalen Beziehungen? 

Sva Waqu: Für die christliche Gemeinschaft ist es heute sehr wichtig, alle Ressourcen zu bündeln. Es geht um den Austausch von guten Ideen, Ansätzen und Programmen, damit alle wachsen können. Die Kirche sollte mehr Einfluss auf Politik und Führung nehmen. Die Kirche muss sich vom Quietismus und von der Domestizierung befreien. Sie darf nicht stumm sein, sondern muss das Übel bekämpfen, das sie bekämpfen soll. Die Kirche hat einen guten Zugang zur Gesellschaft. Das ist ein Geschenk. Das sollte nicht nur sonntags, sondern auch unter der Woche gelten. Die Kirche kann nur dann eine Veränderung bewirken, wenn sie selbst bei den derzeit populären Kulturen nicht beliebt ist. Eine solche Kirche wäre eine gefügig gemachte, gezähmte Kirche.

Matthias Buchold: Vielen Dank für die Einblicke in deine Vision!