Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Südafrika

American Flag Football für Südafrika

Die Suchtkrankenarbeit Come Back in Zittau ist vielen ein Begriff. Weniger bekannt ist vielleicht, dass es eine Partnereinrichtung in Südafrika gibt.

Come Back Mission Südafrika ist eine gemeinnützige Organisation. Sie leistet seit über 17 Jahren wertvolle Sozialarbeit in Eldorado Park, einem Stadtteil von Johannesburg. Hohe Armutsraten, Kriminalität und Drogenmissbrauch prägen den Ort. Daher wurde im Oktober 2023 das »Project Pick Six« mit Unterstützung der EmK-Weltmission ins Leben gerufen.
Ziel der Initiative ist es, junge Menschen zu fördern und ihnen positive Lebensperspektiven aufzuzeigen. Project Pick Six kombiniert Bildung, Sozialarbeit und Sport mit einem besonderen Schwerpunkt auf »American Flag Football«. Dabei handelt es sich um eine kontaktlose Variante des American Football, die in Südafrika völlig neu ist. Das Programm will jungen Menschen nachhaltig helfen, ihr Leben besser zu meistern. Ziel ist eine ganzheitliche Bildung über den Sport hinaus.

Ein erstes Fazit

Beim Flag Football wird der Gegner nicht umgerannt. Es wird vielmehr versucht, ihm sein Band (»Flag«) abzunehmen, um ihn zu stoppen.

»Nach fast einem Jahr zeigt sich, dass das Projekt Pick Six sehr gut angenommen wird und die Fortschritte sogar unsere Erwartungen übertreffen«, stellt Projektleiter Simon Ufer fest. Er berichtet: »Im Bereich Flag Football konnten bereits bemerkenswerte Erfolge erzielt werden. In Zusammenarbeit mit der noch jungen American Football Association in Südafrika ist es uns gelungen, die Youth American Flag Football League (YAFFL) ins Leben zu rufen – die erste ihrer Art im südlichen Afrika. In der ersten Saison nahmen vier Teams aus verschiedenen Teilen Johannesburgs und Umgebung teil, darunter auch zwei Mannschaften aus Eldorado Park, die Eagles und die Lions, die beide Teil des Project Pick Six sind.
Die Liga startete im April mit einer Eröffnungsveranstaltung in Eldorado Park, bei der neben den sportlichen Aktivitäten auch auf die sozialen Herausforderungen der Gemeinschaft aufmerksam gemacht wurde. Mehr als 300 Personen nahmen an diesem ereignisreichen Tag teil.

Spannendes Finale

Der Höhepunkt der ersten Saison war der vierte und letzte Spieltag im August, der ebenfalls in Eldorado Park ausgetragen wurde. Vor dem entscheidenden Spieltag führten die Benoni Harlequins die Liga an, aber die Lions, obwohl Außenseiter, hatten noch eine kleine Chance auf den Titel. Mit großer Entschlossenheit gewannen die Lions ihre ersten beiden Spiele des Tages, so dass das letzte Spiel zwischen den Harlequins und den Lions alles entscheiden würde. In einer packenden Partie, angefeuert von den Familien und Freunden auf dem heimischen Platz, zeigten die Lions eine starke Leistung, besiegten die Harlequins und gingen als erste YAFFL-Meister in die Geschichte ein. Die Eagles, die sich trotz des Altersunterschieds von zwei bis drei Jahren tapfer gegen die anderen Teams kämpften, sicherten sich den dritten Platz.«

Mehr als nur Sport

Simon Ufer (vorne links) mit Mitarbeitenden von Come back Mission Südafrika engagieren sich in Eldorado Park im »Project Pick Six«

Doch so erfreulich die sportlichen Erfolge auch sind, noch wichtiger ist die persönliche Entwicklung, die die Projektteilnehmer abseits des Spielfeldes durchlaufen. Die Früchte der intensiven Sozialarbeit und Bildungsförderung werden immer deutlicher sichtbar. Die Mehrheit der teilnehmenden Kinder zeigt eine positive Veränderung in ihrem Verhalten, ihrer Einstellung, ihrer Reife und ihrem Benehmen – sowohl im Projekt, in der Schule als auch zu Hause. Lehrer und Eltern bestätigen diese Entwicklungen und berichten von spürbaren Verbesserungen. Dies ist ein ermutigendes Zeichen dafür, dass die Bemühungen tatsächlich etwas bewirken.

Dabei verschweigt Simon Ufer die Herausforderungen nicht: »Bei einigen wenigen Jugendlichen stoßen wir an unsere Grenzen. Sie sind trotz intensiver Betreuung tief in kriminelle Aktivitäten wie Drogenhandel und -konsum sowie in lokale Banden verstrickt. Unsere Bemühungen reichen nicht aus, um sie auf den richtigen Weg zu bringen, und ab einem bestimmten Punkt bleibt uns nichts anderes übrig, als sie an andere Organisationen zu vermitteln. Dennoch bleibt unser Gebetsanliegen, dass auch bei ihnen eines Tages der Durchbruch gelingt. Diese schwierigen Fälle zeigen, wie wichtig unsere Arbeit ist und wie groß die Herausforderungen in dieser Gemeinschaft nach wie vor sind«.

Wir sind sehr dankbar für den bisherigen Verlauf des Projektes. Es ist spürbar, dass Gottes Hand darüber liegt. Mit dieser Zuversicht blicken wir optimistisch in die Zukunft und setzen alles daran, die positiven Veränderungen in diesem Stadtteil weiter voranzutreiben und nachhaltig zu gestalten.

Projektnummer 5221