Sierra Leone
Hier muss etwas getan werden
Sechs Klassen in drei Räumen, mehr Platz, bitte! Die Grundschule von Pujehun, Sierra Leone, wurde mit Mitteln aus der Aktion »Kinder helfen Kindern« erweitert. Olav Schmidt berichtet von einer bewegenden Geschichte, die ein Grund zu danken ist.
Als ich den abgelegenen Ort Pujehun besuche, bin ich dankbar, dass die lange Fahrt über die unbefestigte Straße hinter mir liegt. Hier hat die EmK mit Unterstützung der EmK in Norwegen eine große Kirche gebaut. Zweihundert und mehr Menschen finden darin Platz. Auch eine Grundschule mit drei Klassenräumen ist entstanden. Da es in der Gegend aber nur wenige Schulen gibt, kamen bald mehr Kinder zur Schule, als die Räume fassen konnten. Deshalb wurde auch in der Kirche und sogar in der Sakristei unterrichtet. So steht die EmK in dieser muslimisch geprägten Gegend nicht nur für den Gottesdienst, sondern auch für Bildung.
Bildung braucht Eigeninitiative
Der Staat ist oft nicht in der Lage, den Bau von Schulen zu finanzieren, aber die Gehälter der Lehrkräfte werden unterstützt, wenn es eine private Initiative und einen geordneten Schulbetrieb gibt. Was lag also näher, als das Engagement der EmK in Pujehun zu würdigen und sie beim Bau eines weiteren Gebäudes zu unterstützen. So entstand die Idee, diesen Bau durch die Aktion »Kinder helfen Kindern« zu unterstützen.
Kinder helfen Kindern
Gemeinsam mit dem Kinderwerk stärkt die EmK-Weltmission die Rechte der Kinder in unseren Partnerländern. Bildung ist eines dieser Rechte. Dass Kinder zur Schule gehen und lernen können, ist in vielen Ländern nicht selbstverständlich. Die Aktion »Kinder helfen Kindern« hilft nicht nur den Kindern in Sierra Leone, sondern zeigt auch Kindern in Deutschland, wie Kinder in anderen Ländern leben. Sie erfahren, dass sie in Sierra Leone etwas verändern können, indem sie für den Bau einer Schule sammeln. Dabei erfahren sie, was globale Ungerechtigkeit ist und was man dagegen tun kann. Sie werden aktiv, damit Veränderung geschieht.
Verbundenheit über Kontinente
Damit reichen sie denen die Hand, die sich vor Ort einsetzen. Denn ohne ehrenamtliche Lehrkräfte gäbe es keinen Unterricht. Erst wenn eine Lehrkraft eine Weile ehrenamtlich gearbeitet hat, kann sie oder er an einer Fortbildung teilnehmen und ein Gehalt vom Staat erhalten. So gestalten die Ehrenamtlichen Schritt für Schritt die Zukunft der Schulkinder.
Der Bau wächst
Aufgrund der drückenden Enge in der Schule wurde bereits Anfang 2024 während der Trockenzeit mit dem Bau der dringend benötigten Klassenräume begonnen. Während der Bau wächst, sendet man mir immer wieder Bilder (siehe rechts). Nach der Grundsteinlegung im April konnte man bereits einen Monat später täglich die Wände in die Höhe wachsen sehen. Anfang Juli wurde der Dachstuhl errichtet, damit das Dach noch vor der Regenzeit fertig wird.
Einweihung nach acht Monaten
Es folgt der Innenausbau, der Maler übernimmt das Verputzen und Streichen. Ganz am Schluss werden Tische und Stühle in die Klassenzimmer gestellt. Mitte Dezember findet die Einweihung statt, bei der Kinder, Eltern und die Dorfgemeinschaft feiern. Ihre Freude ist spürbar.
Das gemeinsame Handeln der EmK-Weltmission über Kontinente hinweg hat dies möglich gemacht. Niemand ist zu klein, niemand zu unbedeutend, um seinen Beitrag zu leisten. Ein Grund zu danken.
Olav Schmidt