USA
Eine neue Solidarität ist gefragt
Unsere Kirche in den USA kennen wir als starke Kirche. Das ändert sich gerade.
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Rund die Hälfte aller Kirchenglieder lebt in den USA. Die Finanzkraft überstrahlt alles, was sonst in der weltweiten EmK gespendet wird. Das ändert sich gerade. Die Entstehung der Global Methodist Church und Austritte vieler methodistischer Gemeinden hinterlässt tiefe Spuren: Kürzlich sprach ich mit einer Bischöfin, deren Konferenz von 1.800 Delegierten auf 400 geschrumpft ist. Die Zahlungen der Gemeinden für die internationale Mission sind um bis zu 50 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Mitarbeitenden bei der weltweiten Missionsbehörde GBGM musste um etwa 10 Prozent gekürzt werden.
Die Kirche ist in echter Bedrängnis
Wer für Migranten und Minderheiten einsteht gerät unter Druck. Kinder aus Migrantenfamilien werden direkt aus der Schule deportiert. Auch Krankenhäuser und Kirchen bieten keinen sicheren Raum mehr. So bleiben viele aus Angst daheim und vereinsamen. Das spüren auch die afroamerikanischen Gemeinden, die oft international aufgestellt sind. Die sogenannten »Black Colleges«, die nach dem Bürgerkrieg gegründet wurden, um Schwarzen eine universitäre Bildung zu ermöglichen, befürchten Schlimmes: Die staatlichen Stipendien könnten wegfallen. Davon wären vier von fünf Studierenden betroffen, die Universitäten stünden vor dem Aus.
Begegnung per Zoom
Über all das und noch viele andere Auswirkungen der Maßnahmen der USA Regierung hören wir am 21. November 2025 um 19 Uhr deutscher Zeit live per ZOOM. Auf einmal sind unsere Geschwister in den USA auf unsere Solidarität und unsere Gebete angewiesen. Binnen kürzester Zeit sind sie zu Bedürftigen geworden. Das verändert unsere Partnerschaft. Es geschieht mehr auf Augenhöhe.
Internationale Unterstützung ist nötig
Nicht alle Lücken, die die Kürzungen der US-amerikanischer Hilfen reißen, können durch die Kirche in den USA ausgeglichen werden. Viel ihrer Finanzkraft fließt nun in Programme mit Migranten im eigenen Land: Psychosoziale Unterstützung, Rechtsberatung – all das ist teuer. Zu allem Überfluss scheint nun auch das Ende der staatlichen Inlands-Katastrophenhilfe bevorzustehen. Unser eigenes Werk UMCOR wird gemeinsam mit anderen Organisationen einspringen. In der Folge aber werden die Kirchen stärker als je zuvor zum Hoffnungsträger.
So wird diese verfahrene Situation die Kirchen in den USA stärken und unsere Partnerschaft auf ein neues, stärker auf Gegenseitigkeit ausgerichtetes Niveau heben.
Olav Schmidt