4150 | Kaiowá-Projekt Tapepora Dourados
Brasilien
Die Mission Tapepora arbeitet mit dem Volk der Kaiowa und bietet vor allem für Kinder und Jugendliche Aktivitäten an, um die Identität als Guarani-Kaiowa zu erhalten.
Unsere Unterstützung im Jahr 2025: 9.000 Euro
Die Guarani-Kaiowá gehören zu den indigenen Völkern Brasiliens, deren Lebensweise und kulturelle Identität durch Landkonflikte und gesellschaftliche Ausgrenzung stark gefährdet sind. Besonders Kinder und Jugendliche erleben diese Unsicherheit unmittelbar: ihre Sprache, ihre Traditionen und ihr Selbstverständnis drohen verloren zu gehen.
Das Tapepora-Projekt möchte dem entgegenwirken. Es bietet den jungen Menschen Räume, in denen sie ihre Sprache und Kultur kennenlernen und aktiv weitertragen können. Dabei spielen traditionelle Musik, Geschichten und Rituale ebenso eine Rolle wie gemeinschaftliche Aktivitäten, die das Zusammenleben stärken. Gleichzeitig werden die Kinder schulisch begleitet, damit sie auch in der heutigen Gesellschaft bessere Chancen erhalten.
So verbindet das Projekt kulturelle Bewahrung mit Zukunftsperspektiven: Die Guarani-Kaiowá sollen ihre Wurzeln nicht verlieren und gleichzeitig die Möglichkeit haben, in Brasilien selbstbewusst und handlungsfähig ihren Platz einzunehmen.
Zwei verschiedene indigene Völker sind im Reservat in Dourados ansässig: Guarani-Kaiowa und Terena. Diese Völker sind grundverschieden wie Europäer und Asiaten. Die Regierung erhoffte sich 1918 durch eine Vermischung der beiden Völker einen größeren Fortschritt. Das war nicht der Fall. Die beiden Völker blieben unter sich.
Das Land, das den beiden indigenen Völkern vor über 90 Jahren zugeteilt wurde, umfasst auch heute noch die gleiche Fläche. Aber die Bevölkerungszahl ist auf über 15.000 gestiegen. Da sind Probleme mit den Farmern außerhalb des Reservats vorprogrammiert. Auch innerhalb des Reservats macht die Enge den Menschen zu schaffen. Es kommt zur Verstädterung der ländlichen Gebiete im Reservat. Unter Jugendlichen ist der Drogen- und Alkoholmissbrauch groß und es kommt immer wieder zu Gewalttaten.
Die Methodistische Kirche in Brasilien kümmert sich seit vielen Jahren um die Belange der indigenen Völker im Reservat. Sie bietet besonders Aktivitäten für Kinder und Jugendliche an. Dazu gehören Sportveranstaltungen und Wettkämpfe (Fußball etc.), Gitarrenkurse und das Singen von Liedern in der Muttersprache. Das ist ein wichtiger Teil, damit die eigene Sprache nicht in Vergessenheit gerät.
Es werden Vorträge zur Gesundheitsvorsorge gehalten und Unterhaltungsfilme gezeigt. Beliebt sind die eigenen Talentshows und Spieleabende.
Ein Garten mit medizinischen Kräutern wurde vor einigen Jahren angelegt und gemeinsam mit Einheimischen betrieben. Ärzte und Älteste der Kaiowa zeigen in Workshops, wie die Kräuter bei Krankheiten anzuwenden sind. Dadurch geht uraltes Wissen nicht verloren und den Menschen kann geholfen werden.
Zweimal im Jahr kommt eine Gruppe von Zahnärzten und Studenten von der methodistischen Universität in Piracicaba und behandelt jeweils 350 bis 420 Patientinnen und Patienten. Nach 22 Jahren kommt diese Zusammenarbeit aus verschiedenen Gründen jetzt zu einem Ende. Allerdings wird weiter nach Wegen gesucht, um diese Art der Hilfe fortzuführen.
Nach einem Gespräch mit der Leitung der Universität sagte Paulo da Silva Costa, der Leiter der Projekte Tapepora in Dorados: »Es ist sehr ermutigend zu sehen, dass drei Mitarbeitende der Universität aus dem Volk der Guarani Kaiowa waren und bereit sind, ihrem Volk auch weiterhin zu helfen.«
Die EmK-Weltmission unterstützt dieses Projekt. Zweckgebundene Spenden sind unter der Projektnummer 4150 willkommen.