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Albanien

Ein Tag der Freude in Albanien

Eine internationale Festgemeinde feiert mit der Ordination zweier Pastoren einen Meilenstein in der Geschichte der Evangelisch-methodistischen Kirche in Albanien.

Der 22. September 2024 war für die Evangelisch-methodistische Kirche in Albanien ein wichtiger Tag: Eine große Festgemeinde, welche die Kirche in Pogradec gut füllte, feierte unter der Leitung von Pastor Mustafa Isufi einen Gottesdienst mit der Ordination von Florian Çela und Gjergj Lushka zu Ältesten der Kirche. Von einer Band begleitete Lieder sowie die Predigt von Bischof Stefan Zürcher luden ein, sich auf Jesus Christus auszurichten. Denn er ist es, der seine Kirche baut. 

Internationale Gäste

Florian Çela ist Pastor in Elbasan, Gjergj Lushka in Durrës und Tirana. Damit wirken in Albanien neben Superintendent Wilfried Nausner und seiner Frau Jean nun drei ordinierte Älteste sowie ein Laienmitarbeiter, der gleichzeitig sein Theologiestudium absolviert. Gäste aus den anderen Gemeinden Albaniens feierten diesen Gottesdienst mit. Anwesend waren aber auch Pastorinnen und Pastoren sowie weitere Personen aus der EmK in Nordmazedonien, Serbien, Österreich und der Schweiz. Die EmK-Gemeinden in Serbien, Nordmazedonien und Albanien sind seit 2019 Teil einer gemeinsamen Jährliche Konferenz.

Prioritäten setzen lernen

Dem Festtag in Pogradec war ein Seminar für die pastoralen Mitglieder vorausgegangen. Eines der Seminarthemen war die Rolle und Bedeutung des Bundes in der methodistischen Tradition. Superintendent Wilfried Nausner, der diesen Teil leitete, betonte: Ein Bund, ob Ehebund, Bund der ordinierten Ältesten oder ein anderer Bund, beinhaltet ein Versprechen, das wir zunächst mit uns selbst vereinbaren, und für dessen Einhaltung wir die Verantwortung übernehmen. Daraus folgt dann für die Zukunft ein Versprechen anderen gegenüber. Ein weiteres Thema war das Setzen von Prioritäten als Pastorin und Pastor. Sehr persönlich führte Pastor John Calhoun von der englischsprachigen EmK-Gemeinde in Wien in das Thema ein, das die Teilnehmenden zu wertvollen Gesprächen und vertieftem Nachdenken anregte.

Partnerschaften leben

Dieses Seminar mit den Pastorinnen und Pastoren aus der ganzen Jährlichen Konferenz bot darüber hinaus eine wichtige Gelegenheit, die Beziehungen untereinander zu vertiefen und Freundschaften zu pflegen. Einmal mehr wurde in den Gesprächen des Bischofs mit den pastoralen Mitgliedern und Leitungsverantwortlichen geäußert, wie wichtig solche tragfähigen Beziehungen untereinander, aber auch grenzüberschreitend (beispielsweise Partnerschaften mit EmK-Gemeinden in Deutschland) in so unsicheren Zeiten wie diesen sind. 

Auf seiner Balkanreise besuchte Bischof Stefan Zürcher zusammen mit seiner Frau auch die EmK-Gemeinde in Buzaishtë. Sie befindet sich in einer abgelegenen Berggegend, die nur mit Allradfahrzeugen in einer gut einstündigen Fahrt erreicht werden kann.

Mit Händen und Füßen reden

Nach einem traditionellen Mittagessen in der Dorfbar, die von einem Gemeindeglied geführt wird, kamen im Gemeindesaal rund 30 Personen jeden Alters zu einer Zeit der Begegnung mit Liedern, Berichten, einer kurzen Andacht und Gesprächen zusammen – und wo Englisch als gemeinsame Sprache nicht möglich war, halfen ein offenes Herz und Gesten mit Kopf, Händen und Füßen, einander zu verstehen. Alfros Hykos stellte den Gästen auch das seit einigen Jahren von ihm mit großem Engagement geleitete Kartoffelprojekt vor und zeigte ihnen Äcker sowie den gut gefüllten Lagerraum. Das Projekt bietet zahlreichen Familien der einheimischen Bevölkerung eine Möglichkeit, durch persönliches Engagement einen kleinen Verdienst zu erwirtschaften.

Schwerpunkte der Arbeit

Die EmK in Albanien ist zwar noch klein, ihre Dynamik und ihre im Verhältnis große Wirkung ist aber sehr eindrücklich. Die Pastoren und viele engagierte Laien versuchen, den Herausforderungen der heutigen Zeit angemessen und wirkungsvoll zu begegnen. Auch in der EmK besteht eine große Herausforderung – neben anderen – in der Abwanderung vor allem junger, gut ausgebildeter Menschen. Die Ausbildung von Führungskräften, geistliches Wachstum und die Entdeckung der sozialen Dimension des Glaubens sind deshalb Prioritäten der gegenwärtigen Arbeit.

Bischof Stefan Zürcher, Zürich (Schweiz)