Skip to main navigation Skip to main content Skip to page footer

Afrika gesamt

Afrikanische Bischöfe für Regionalisierung

Bei einem Treffen der afrikanischen Bischöfe gab es deutliche Worte: Ein klares Ja zum Verbleib in der Evangelisch-methodistischen Kirche und zur »Regionalisierung«. Ein deutliches Nein zu Falschinformationen und Personen, die sie verbreiten. Außerdem wählten die Bischöfe einen neuen Interimspräsidenten.
Bischöfe der Evangelisch-methodistischen Kirche stehen am 4. September in Mutare, Simbabwe, am Fuße eines Kreuzes, das die Africa University überragt. Vom 2. bis 5. September kamen die afrikanischen Leiter der EmK zu ihrem jährlichen Treffen zusammen.
Foto: Ndzulo Tueche, GCFA

Vom 2. bis 5. September kamen die Bischöfe der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Afrika zu ihrem jährlichen Treffen in der Africa University in Mutare, Simbabwe, zusammen. Sie sprachen sich deutlich für einen Verbleib in der EmK und für die an der Generalkonferenz beschlossene »Regionalisierung« aus.

Wachstum der Kirche fördern

»Jetzt ist ein entscheidender Moment für uns, an dem wir uns auf Mission und Evangelisation in Afrika konzentrieren müssen, um das Wachstum der Kirche voranzutreiben«, sagte der für die Region Nord-Katanga zuständige Bischof Mande Muyombo, der am Ende der Tagung zum Präsidenten des Afrikanischen Bischofskollegiums gewählt wurde.

»Es ist auch an der Zeit, Mission und Dienst durch die Regionalisierung wirkungsvoll zu gestalten und dabei authentisch zu bleiben und das Evangelium Jesu Christi zu leben. Zugleich wollen wir mit unseren Brüdern und Schwestern weltweit verbunden bleiben«, sagte er. Diese Beziehungen müssten gestärkt werden. Die Methodistinnen und Methodisten in Afrika könnten dabei ihre eigenen Erfahrungen und Kompetenzen einbringen und betonen, »dass wir gleichberechtigte Partner in Gottes Reich sind«.

Klares Ja zur Regionalisierung

In einer Erklärung, die von elf Bischöf:innen des afrikanischen Kontinents unterzeichnet wurde, heißt es, die Bischöfe unterstützten die Regionalisierung und bekräftigten, dass sie in der EmK bleiben würden.

»Wir unterstützen die Entscheidung der Generalkonferenz 2020/2024, die weltweite Regionalisierung der Kirche zu genehmigen, die es Afrika und anderen Gebieten der Kirche ermöglicht, Entscheidungen zu treffen, die die Arbeit und den Dienst in unserem eigenen spezifischen Umfeld am besten unterstützen.«

Die Bischöfe forderten die Jährlichen Konferenzen ihrer Bischofsgebiete auf, den Antrag auf Regionalisierung zu ratifizieren. Dies ermögliche es der Kirche in Afrika, ihre eigenen Arbeitsmittel für die kirchliche Arbeit zu erstellen. Dazu gehörten regional angepasste Teile der Kirchenordnung, in denen die Anforderungen für die Ordination festgelegt werden. Auch Fragen der Eheschließung könnten dann geregelt und entsprechende liturgische Texte entwickelt werden, die dem kulturellen Kontext und den Gesetzen in den verschiedenen Ländern entsprechen.

Deutliche Abgrenzungen

In ihrer Erklärung verurteilten die Bischöfe zudem diejenigen, die Fehlinformationen über die Evangelisch-methodistischen Kirche verbreiten. Sie fanden deutliche Worte für Personen und Organisationen, die sich innerhalb der EmK für die Interessen der »Global Methodist Church« einsetzen, einer konservativen methodistischen Kirche, die sich von der Evangelisch-methodistischen Kirche abgespalten hat.
»Wir verurteilen diejenigen, die für die Global Methodist Church arbeiten und behaupten, Mitglieder der EmK zu sein, und wir fordern sie auf, aus der EmK auszutreten. Wir fordern sie auf, in Frieden zu gehen und dies mit Respekt zu tun«, schreiben die Bischöfe.
Weiter heißt es im Schreiben: »Wir verurteilen auch diejenigen, die von außerhalb Afrikas kommen, um Mitglieder unserer Kirchen zu nötigen und zu belästigen. Wir prangern Gruppen wie die Wesleyan Covenant Association (WCA), die mit ihr verbundenen Organisationen und ihre Africa Now Initiative an, weil sie falsche Informationen über die EmK verbreiten. Wir betrachten die WCA nicht als ein Forum der EmK in Afrika.«

Der pensionierte Bischof David Yemba aus Zentralkongo (stehend) leitet seine Bischofskollegen zu einer Zeit des Gebets und der Reflexion auf einem Berg mit Blick auf die Africa University in Mutare, Simbabwe.
Foto: Eveline Chikwanah, UM News.

Neuwahlen stehen an

Fünf afrikanische Bischöfinnen und Bischöfe werden bis März in den Ruhestand gehen: Die Bischöfin Joaquina F. Nhanala (Mosambik) sowie die Bischöfe Gabriel Yemba Unda (Ostkongo), Owan T. Kasap (Südkongo), Eben K. Nhiwatiwa (Simbabwe) und José Quipungo (Ostangola). Bischof Warner H. Brown Jr., der als Interimsbischof für Sierra Leone verantwortlich war, wird zusammen mit der kürzlich ernannten Interimsleitung des Gebiets Nigeria zurücktreten. Die Generalkonferenz genehmigte die Schaffung von zwei neuen Bischofsgebieten in Burundi und Kongo, wodurch sich die Gesamtzahl der neu zu wählenden Bischöfe auf neun erhöht.

Bischöfin Joaquina F. Nhanala, die erste und einzige Bischöfin der EmK auf dem afrikanischen Kontinent, ermutigte weibliche Geistliche, dem Ruf zur bischöflichen Leitung zu folgen. »Ich möchte die Kirche daran erinnern, dass Führung für uns alle sein sollte. Die Mitglieder sollten wirklich auf die Berufung der Person achten, auf das, was eine Person in die Kirche einbringen kann, auf ihre Kompetenz und ihre Fähigkeit, die Kirche zu leiten«, sagte sie. »Ich möchte die weiblichen Geistlichen ermutigen, dass sie nicht das Gefühl haben sollten, sie könnten nicht leiten, weil sie Frauen sind. Wenn sie sich von Gott berufen fühlen, sollten sie sich für die bischöfliche Leitung entscheiden.«

Ein neuer Interimspräsident

Die afrikanischen Bischöfe wählen turnusmäßig einen Präsidenten. Der bisherige Präsident war der verstorbene Bischof John K. Yambasu aus Sierra Leone, der im August 2020 bei einem Autounfall ums Leben kam. Als Interimspräsident wurde Bischof Eben K. Nhiwatiwa gewählt. Der für das Bischofsgebiet in Simbabwe zuständige Bischof sagte, er sei dankbar, dass das Treffen gut verlaufen sei. Er unterstrich noch einmal die Vorteile der Regionalisierung. »Ich versuche, die Idee der Regionalisierung zu entmystifizieren«, sagte er. »Es geht darum, die Dinge im je eigenen Kontext angepasst anzuwenden«.

Am Treffen teilgenommen hatten auch Bischof i.R. Patrick Streiff (Schweiz) und die Präsidentin des Bischofsrates, Bischöfin Tracy S. Malone. Es sei wichtig gewesen, an dem Treffen teilzunehmen, von den Hoffnungen und Visionen der Bischöfinnen und Bischöfe zu hören und von den Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, sagte Bischöfin Malone. Es sei deutlich geworden, dass das Zeugnis der Evangelisch-methodistischen Kirche in Afrika stark sei.

Das nächste Treffen der afrikanischen Bischöfe ist vom 1. bis 6. September 2025 in Luanda, Angola, geplant.

Eveline Chikwanah (Korrespondentin von UM News in Simbabwe)
Sigmar Friedrich (EmK Schweiz)