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Mosambik

Kirche in Mosambik ruft zu Frieden auf

Inmitten von heftigen Unruhen ruft die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) in Mosambik zu Gebeten auf und ermutigt die Regierung, sich um Frieden zu bemühen. Die zivilen Unruhen in Mosambik halten seit den umstrittenen Wahlen im Oktober 2024 an.

Am 23. Dezember bestätigte das oberste Gericht in Mosambik den Sieg des Kandidaten der Regierungspartei Frelimo, Daniel Chapo, bei den Präsidentschaftswahlen. Dies löste Proteste von Oppositionsgruppen aus. Sie erklären, die Wahl sei manipuliert worden. Internationale Wahlbeobachter weisen auf erhebliche Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung sowie auf mangelnde Transparenz während der gesamten Wahlperiode hin.

Mehrere Tote bei Unruhen

»Das Urteil des Verfassungsrates vom 23. Dezember hat landesweit tödliche Proteste ausgelöst«, sagte Pfarrer Uinge Guirruta, Leiter des Bereiches Gemeindedienste. »Nur zwei Tage nach der Bestätigung der Wahlergebnisse ... sind mehr als 1.500 Häftlinge aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Maputo geflohen«, so Guirruta. »Mehr als 30 dieser Häftlinge wurden erschossen, was die Demonstranten im Lande noch mehr erzürnte«, sagte er. Die Städte Maputo, Matola und ihre Außenbezirke seien keine sicheren Zufluchtsorte mehr, fügte er hinzu.

Während der Unruhen starben bisher fast 350 Menschen und mehr als 2.000 Menschen wurden – z.T. durch Polizeikugeln – verwundet. Die Demonstranten plünderten und beschädigten private und öffentliche Gebäude, blockierten Straßen und Brücken und drohten, die Strom- und Gasversorgung zu unterbrechen. Die Schließung der Landesgrenzen führte zu einer Verknappung von Waren.

»Wir beten und hoffen, dass die derzeitigen sozialen und politischen Unruhen nicht zu einer Katastrophe führen«, sagte Ezequiel Nhantumbo, Mitglied einer EmK-Gemeinde am Stadtrand von Maputo.

Kirche ruft zu Frieden und Gesprächen auf

Als Reaktion auf die Unruhen ruft die die Evangelisch-methodistische Kirche zu besonderen Gottesdiensten auf, in denen um Frieden gebetet wird. Die EmK fordert ihre Mitglieder auf, sich nicht an gewalttätigen Protesten zu beteiligen und Kindern, älteren Menschen und anderen gefährdeten Personen zu helfen und sie zu schützen. Die EmK fordert das Staatsoberhaupt außerdem auf, mit den Führern der Opposition ins Gespräch zu kommen, um ein friedliches Umfeld im Land zu schaffen.

Die für die EmK in Mosambik zuständige Bischöfin Joaquina Filipe Nhanala sagte, die Sicherheit der Kirchenmitglieder habe oberste Priorität: »Wir müssen die Sicherheit und Integrität unserer Delegierten, Kirchenmitglieder und Menschen bewahren«.

Missionsstation Cambine

In der Provinz Inhambane, in dem der mit der EmK-Weltmission besonders verbundene Ort Cambine liegt, gehen die Proteste weiter, sagte Pastor Filimão Punguane Vilanculo, Direktor für Finanzen und Verwaltung. »Heiße Funken der Proteste sind in Maxixe, Lindela, Cumbane, Inharrime, Jangamo und anderen Teilen der Provinz zu sehen«, sagte er.

Die EmK in Mosambik hält weiterhin tägliche Andachten ab und ermutigt die Kirchenmitglieder, den Frieden zu fördern und Proteste zu vermeiden.

Opposition erkennt Wahlergebnis nicht an

Die 1962 gegründete Frelimo war ursprünglich eine nationalistische Bewegung, die für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit Mosambiks kämpfte. Seit 49 Jahren (1975) regiert die Partei die frühere portugiesische Kolonie. Seit 1994 finden regelmäßige Wahlen statt.
 

Nach einem Bericht von João Sambo, Assistent der Bischöfin Joaquina Nhanala

Der vollständigen Artikel auf Englisch findet sich hier (externer Link!).