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Deutschland

Der verhinderte Missionar

Am 8. Januar 2026 verstarb Pastor i.R. Siegfried Ermlich im Alter von 96 Jahren. Er war der zweite Missionssekretär der EmK von 1977 bis 1980. Und darüber hinaus der EmK-Weltmission stets verbunden. Ein Nachruf.

Siegfried Ermlich wurde 1929 in Oberhausen geboren. Knapp entging er dem Kriegsdienst und begann eine Ausbildung als Drogist. Nachdem er bereits Glied der Evangelischen Gemeinschaft geworden war, wurde eine Evangelisation mit Werner Heukelbach im Jahr 1947 ein prägendes Moment: »Durch innere Kämpfe und ernstes Gebet kam ich allmählich aus allem Zweifel zum Glauben«, schreibt er in seinem Lebenslauf 1954. Dies blieb nicht ohne Folgen: »Gerettet sein gibt Rettersinn«. Es folgte die Berufung in den pastoralen Dienst, das Praktikum in Bebra/Eschwege und das Studium in Reutlingen. Hier erlebte er die Berufung in den Dienst der Weltmission.

Wunsch, selbst als Missionar ausgesendet zu werden

Er bewarb sich bei der Missionsbehörde der Evangelischen Gemeinschaft in den USA. Diese war damals noch nicht vorbereitet, europäische Missionare auszusenden. Zuletzt wurde dort noch diskutiert, wie man die unterschiedlichen Ausbildungsanforderungen auf beiden Seiten des Atlantiks vergleichen könne.

Noch als Kandidat für den Missionsdienst geführt, trat Siegfried Ermlich dann in den pastoralen Dienst ein. Die erste Dienstzuweisungen führte ihn 1956 nach Hamm. Nachdem aus den USA eine Antwort ausblieb, zog er 1960 seine Bewerbung zurück. 1962 wurde er nach Hamburg versetzt, 1974 nach Remscheid und schließlich 1978 nach Recklinghausen.

Missionssekretär leider nur im Nebenamt

1977 wurde Siegfried Ermlich als Missionssekretär der Zentralkonferenz gewählt. Da sein Vorgänger Pastor Immanuel Mohr diese Aufgabe seit 1971 als Pastor im Ruhestand ausgefüllt hatte, erfolgte die Wahl mit der Vorstellung, dass das Amt des Missionssekretärs ab 1978 in Vollzeit ausgeübt werden könne. Dies gelang jedoch nicht, so dass sich Siegfried Ermlich 1980 nur dann für eine Wiederwahl zur Verfügung stellen wollte, wenn er das Amt nicht nur im Nebenamt ausüben könne. Letztendlich wurde dann Pastor Bodo Schwabe sein Nachfolger, dem es dann eineinhalb Jahre später gelang, für diese Aufgabe freigestellt zu werden.

Der Arbeit der Weltmission weiter verbunden

Für Siegfried Ermlich folgte eine Dienstzuweisung nach Edewecht, bevor er ab 1994 seinen Ruhestand mit seiner 2025 verstorbenen Ehefrau Hildegard in Recklinghausen verbrachte. 

In den Partnerkirchen war er für seine zurückhaltende, besonnene Art als Missionssekretär geschätzt. Wir erinnern uns dankbar an seinen Dienst und den Weg auf den er die EmK-Weltmission geführt hat.

Olav Schmidt/Regine Stoltze